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Regeln des Spiels

Capoeira als Kampf-Tanz-Spiel basiert auf einem System ungeschriebener Regeln, das nur aufgrund der afrikanischen Tradition mündlicher Überlieferung von Generation zu Generation weitergereicht worden ist. Wie die Grundzüge dieses ‚Regelwerkes’ einmal ausgesehen haben mögen, ist ungewiss und sicherlich ein schwieriges Thema für sich. Von Interesse ist, dass dem Anfänger normalerweise kein Textheft mit Regeln beigegeben wird, sondern diese Regeln im individuellen Kontext “erfahren” werden müssen. Insbesondere stellen sie vor dem Hintergrund der ‚malicia’ (port. für List; etwa wie der listenreiche Fuchs) nur die groben Rahmenbedingungen dar; die Regeln können zu bestimmten Momenten im Spiel gebrochen werden. Nach John Lowell Lewis’ Arbeiten gibt es eine tabellarische Übersicht der wichtigsten Regeln des Spiels. Diese ist in “normative”, also verbindliche Regeln und “pragmatische”, also auf Erfahrung und Anwendung bezogene Regeln aufgegliedert. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Regeln in der Capoeira sehr schwammig und abhängig von den Mitspielern sind. Sie sind deswegen eher als eine Möglichkeit anzusehen, die variiert werden kann. In manchen Schulen wird als einzige Regel “Es gibt keine Regeln” unterrichtet. Dennoch sind gewisse Gewohnheiten und Abläufe auch dort zu finden. Generell ist es dem Spieler selbst überlassen, wie er ‘spielt’. Die Regeln sollen keine Einschränkung bedeuten, sondern den Kindern eine lebensnahe Anregung geben, kreativ ihr Umfeld auszulegen.

Trainingsort

Verbindliche Regeln

1. Das aktive Spiel findet zwischen zwei Spielern innerhalb der Roda (port.: ‘Kreis’) statt.

1.1 Befolge die Konventionen zum Eintreten und Verlassen der Roda.

1.2 Während des Spiels nicht von der Roda weg bewegen.

1.3 Gib dem anderen vor und nach dem Spiel die Hand (wie ein Handschlag).

2. Versuche, Deinen Mitstreiter zu werfen.

2.1 Nur Füße, Hände und Kopf sollen den Boden berühren.

2.2 Versuche niemals, Deinen Mitstreiter zu verletzen. (So sind beispielsweise keine Schläge mit geschlossener Faust erlaubt, oder Wegstoßen/ Schubsen des Gegenübers, es sei denn als Teil eines Wurfes.)

3. Sei immer bereit, um Dich gegen einen Angriff zu verteidigen.

3.1 Wenn du deinem Mitstreiter den Rücken zudrehst, dann schau ihn immer dabei an (z.B. durch die Beine).

3.2 Halte Deine Hände zur Verteidigung vor bzw. über das Gesicht.

3.3 Halte Deinen Mitstreiter die ganze Zeit im Blick.

4. Es gibt keine Roda ohne Musik (der Berimbau-Spieler ist der Chef der Roda – er gibt sozusagen ‚den Ton an’).

4.1 Die Musik beginnt vor dem Spiel.

4.2 Wenn die Musik endet, endet auch das Spiel.

4.3 Wenn jemand auf das Holz des Berimbaus “klopft”, müssen die Spielenden aus der Roda und zwei anderen Personen Platz machen.

Anwendungsbezogene Regeln

5. Blocke keine Angriffe (es sei denn zu Anfang oder in Extremsituationen).

5.1 Weiche aus und starte einen Gegenangriff.

5.2 Sei darauf vorbereitet, den meisten Angriffen auszuweichen.

5.3 Sei darauf vorbereitet, nach dem Ausweichen wieder anzugreifen.

6. Sei immer in Bewegung (Ginga).

6.1 Versuche, Deine Freiheit in der Bewegung zu vergrößern, während Du den Spielraum des Mitstreiters einschränkst.

6.2 Niemals vollständig die Bewegung stoppen.

7. Täusche Deinen Mitstreiter, so dass er verwundbar wird.

7.1 Etabliere Bewegungsmuster nur, um sie zu brechen.

7.2 Gib vor, die eine Sache zu tun und mache dann etwas anderes.

7.3 Immer lächeln!

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